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unsere ersten 3 Monate im Krankenhaus

Morice verbrachte nun seine ersten Tage in einem Inkubator. So richtig konnte uns keiner sagen was mit ihm los ist. Die Ärzte waren ziemlich ratlos und äußerten nur vage Vermutungen. Wir nahmen dies so hin und versuchten unseren Alltag umzustrukturieren. Nachdem ich von der Frauenstation entlassen wurde, fuhr ich täglich morgens in das Krankenhaus und Uwe kam dann nachmittags nach der Arbeit. Am Abend fuhren wir dann ohne unser Kind nach Hause. Was für ein schreckliches Gefühl, dass man sein Kind nicht mit nach Hause nehmen kann. Morice konnte nicht schlucken, daher bekam er die Muttermilch über einer Magensonde. Er hatte auch eine Dünndarmsonde bekommen, da er immer wieder die Milch ausspuckte. Außerdem war seine Lunge sehr schwach, ohne BIPAP Beatmung ging es gar nicht. Die lieben Schwestern zeigten uns, wie man Morice versorgt und wir übernahmen diese Aufgabe sehr schnell selbstständig. Außerdem kuschelten wir auch täglich mit ihm, um die Bindung zu festigen. Morgens ich und am Nachmittag Uwe. 


Nach einem Monat auf der Frühchen Intensiv wurde Morice dann auf die NGM im Kinderkrankenhaus Auf der Bult verlegt. Seine erste Fahrt, wir waren so nervös und hatte Angst. Diese war allerdings unbegründet, es ging alles gut. Dort sollte eine bessere Diagnostik gemacht werden. Wir bekamen dort einen schönen Fensterplatzt und richten uns häuslich ein. Es fanden einige Untersuchungen und auch Genuntersuchungen statt, diese waren jedoch alle ohne Befund. Morice nahm langsam zu und wir hatten uns an diesen Alltag gewöhnt.


Morice erhielt eine Nasebrille, er lernte sogar ein wenig ohne BIPAP zu atmen. Uns wurde beigebracht wie man eine Magensonde durch die Nase legt und wie man ihn absaugt. Die Diagnose lies weiter auf sich warten und wir wollten gerne Morice endlich mit nach Hause nehmen. Es wurde Highflow Geräte bestellt. Uns wurde ans Herz gelegt, dass wir einen Kinderkrankenpflegedienst suchen sollten. Das wollte wir auf keinen Fall, doch die Ärzte meinten, dass wir ohne nicht nach Hause dürfen. Jetzt können wir sagen, dass sie Recht hatten, ohne wäre das auf Dauer einfach nicht gegangen. Die Umstellung auf den neuen Geräten hätte Morice fast zweimal das Leben gekostet. Da die Nasenbrille nicht die Richtige war, wurde das Sekret sehr zäh. Er lief zweimal blau an und sie mussten beide Male um Das Leben von Morice kämpfen. Danach weigerten wir uns, diese Geräte zu benutzen und erst ein Techniker erkannte sofort das Problem mit der falschen Nasenbrille. Es waren die schlimmsten Minuten in unserem Leben. 


Nachdem die Highflow Geräte nun richtig funktionierten, der Pflegedienst für 6h täglich bereit stand, uns der Sauerstofftank, Ambubeutel und zwei Absauggeräte geliefert wurden, wir einen Erste-Hilfe-Kurs für Babys bekommen hatten, durfte Morice endlich nach Hause. Unglaublich, aber wahr: am 18.05.2016 fuhren wir im Krankenwagen mit Blaulicht nach Hause. Das Highflow Gerät zeigte ein Fehler an, daher sind wir mit Blaulicht gefahren. Zuhause stellten wir dann nur ein Bedienungsfehler fest. Eine Diagnose hatten wir zu diesem Zeitpunkt noch immer nicht. Und ich könnte hier bestimmt noch 5 Seiten schreiben, aber das sprengt den Rahmen. 😊